Immer wieder in Gesprächen mit Patienten höre den Satz: „Gesundheit ist das Wichtigste.“ Vor allem in Bezug auf Kinder – jene aus dem Familienumfeld der Patienten oder meine. „Das Wichtigste ist, dass die Kleinen gesund sind.“
Teilweise kann ich dem zustimmen. Teilweise jedoch nicht.
Einerseits ist das Streben nach Gesundheit ein zutiefst menschliches Streben und wir merken, dass Krankheit nicht der Normalzustand sein sollte. Andererseits gibt es Dinge, die deutlich wichtiger sind als Gesundheit. Krisensituationen zeigen, dass Gesundheit untergeordnet wird, wenn notwendig. Es kann daher nicht das Wichtigste sein, sonst müsste ihr alles untergeordnet werden.
Tatsächlich zeigen uns das Leben und die Bekanntschaften, die wir haben, dass Menschen auch ohne Gesundheit ein glückliches Leben haben können.
Und die Medizin zeigt uns ebenso, dass es viele Krankheiten gibt, die unheilbar sind, die sogar schlussendlich zum Tod führen.
Im Christentum gibt es eine große Richtung, Bewegung, in der die Gesundheit als notwendiges Geschenk Gottes gehandelt wird. Wer einen guten Glauben hat, der sollte gesund sein. Auch in der Esoterik oder der esoterisch angehauchten Denkschule wird ein großer Schwerpunkt auf Gesundheit gelegt.
Die Bibel selbst jedoch sagt nichts dergleichen. Ganz im Gegenteil. Paulus schreibt zum Beispiel an seinen Schüler Timotheus: „Trinke nicht mehr nur Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens willen und wegen deines häufigen Unwohlseins.“ (1.Timotheus 5,23)
Paulus erkennt an, dass Timotheus mit seinem Magen Probleme hat, die nicht einfach so verschwinden. Er bietet auch keine Gebete oder religiöse oder esoterische Hilfsmittel an. Er verweist jedoch auf das damalige Mittel der Wahl, um den Magen etwas zu beruhigen: Wein.
Wenn sogar Paulus, der große Apostel für die Nicht-Juden, die Krankheit seines namhaftesten Schülers nicht wegbetet, sollten wir es dann tun? Jesus selbst erkennt an, dass viele krank sein werden und sind (Matthäus 25,34-36).
Krankheit gehört dazu. Ja, noch mehr: An keiner Stelle in der Bibel wird gesagt, der Mensch hätte einen Anspruch darauf, gesund zu sein.
Vielmehr ist Krankheit eine Folge des sogenannten Sündenfalls und jeder Mensch ist darunter gefallen und gefangen – auch der Christ.
Krankheit wird in der Bibel nicht als ein von uns auszulöschendes Übel beschrieben. Es ist eine Folge der Sünde und der Bosheit in dieser Welt und jeder, der im Hier und Jetzt lebt, wird über kurz oder lang mit Krankheit konfrontiert werden.
Die Frage ist also nicht, wie wir unsere Gesundheit um jeden Preis erhalten können, sondern wie wir mit Krankheit am besten umgehen, wenn sie uns erreicht.
Die christliche Lösung ist es, in der Krankheit unsere Verlorenheit in der Sünde zu sehen und eine tiefere Heilung, eine Heilung der Seele zu suchen.
Jesus sagt in Lukas 5,31-32: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.„
Nicht unsere Gesundheit ist das Wichtigste, unsere Seele ist das Wichtigste. Zuerst muss die Krankheit unserer Seele geheilt werden, nämlich die Gefangenschaft unter der Sünde. Zuerst müssen wir den Retter und Arzt um die Rettung unseres Lebens für die Ewigkeit ansuchen. Und dann ist Gesundheit auf einmal nicht mehr so wichtig.
Die glücklichsten Menschen sind nicht die, die gesund sind. Es sind die, die Frieden mit Gott haben, die Jesus kennen.
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Empfehlung für weiteres Studium dazu:
Das Buch Hiob in der Bibel
„Warum ich, Gott?: Trost trotz unbeantworteter Fragen“ – Joni Eareckson Tada (2024)
Eine Antwort zu „Gesundheit ist das Wichtigste”.
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